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Aktuell - Aktuelle Berichte

Gespräch mit Jorge del Barco, Alcalde von Belorado - Zusammenfassung. Das Gespräch führte Wolfgang Sieber
Datum: 6. April 2017, im Büro des Alcalde

Nachdem die Albergue Parroquial in den letzten Jahren einer gründlichen Innen-Renovation unterzogen worden war und dadurch wohl auch für Belorado noch an Wert zulegen konnte, war es mir ein Anliegen, mich einmal persönlich beim Alcalde vorzustellen und anderseits auch ihn und seine Beziehung zur Albergue parroquial sowie zu den schweizerischen Hospitaleros kennen zu lernen.

Er blicke bereits auf 14 Jahren als Alcalde von Belorado zurück, erklärte Jorge auf meine diesbezügliche Frage. Als 28-Jähriger trat er diese Position bereits in jungen Jahren an. Seine Aufgabe erfülle ihn immer noch mit grosser Freude. Als Alcalde von Belorado sei er auch Abgeordneter im Parlament in Burgos.

 

Jorge del Barco, Burgermeister von Belorado, in seinem Büro.

"Alcalde" vor der Türe der Pilgerherberge

Belorado sei ein wichtiges Dorf am Jakobsweg und beziehe einen grossen Teil seiner Identität daraus. Mit den Jahren habe es sich seiner Meinung nach allerdings etwas vom eigentlichen Sinn des Camino de Santiago entfernt. Dass es nicht ganz davon abgekommen sei, verdanke Belorado nicht zuletzt der Albergue Parroquial, die schon viele Jahre den Pilgern zur Verfügung stehe.

Seit dem Jahr 1993, als der Jakobsweg von der UNESCO zum europäischen Kulturgut erklärt wurde, sei die Zahl der Pilger permanent angestiegen. "Wir hängen enorm stark vom Camino ab, in jeder Hinsicht" (er wiederholt das Wort "enorme" zwei Mal!).


Gibt es Industrie in Belorado? - Ja, es gebe eine Mine, in der ein Basis-Mineral (Glaubersalz) für die Produktion von Natrium Sulfat abgebaut wird. Dann gebe es noch eine Möbelfabrik. Der Rest sei Landwirtschaft (Viehhaltung ) und vor allem Dienstleistungsbetriebe, die insbesondere dem Tourismus und speziell dem Jakobsweg dienen. Die Provinz Burgos habe historisch eine heraus-ragende Bedeutung für Spanien.

Belorado habe sich in den letzten Jahren deutlich zum Positiven entwickelt. Dies verdanke man klar dem Jakobsweg. Mit einer entsprechenden Signalisation möchte er die Information über das Dorf und die Monumente noch verbessern.

Das Stichwort Signalisation gibt mir Gelegenheit auf Pläne hinzuweisen, den Weg neu durch die Calle Mayor und nicht mehr an der Albergue Parroquial vorbei zu führen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Pilger unsere Herberge nicht mehr wahrnehmen.Vorteilhaft wäre deshalb am Eingang des Dorfes eine grosse Informationstafel, wo alle Unterkunftsmöglichkeiten aufgezeigt würden.
Ein diesbezügliches Projekt bestehe bereits. Die verschiedenartigen Tafeln am Weg seien keine Augenweide und nicht gut für das Bild von Belorado. Der Pilger, der in Belorado ankomme, solle einen Weg durch das Dorf vorgezeichnet finden mit Hinweisen zum Belorado, wie es einmal war und wie es heute ist.

Dann erklärt er, dass er selber schon früh als Pilger unterwegs war- zum ersten Mal im 1993 - und seither bei verschiedenen Gelegenheiten. Dabei habe er den Camino del Norte und den Camino Francés kennen gelernt. Es habe eine Zeit gegeben, in der für ihn der Camino sehr wichtig war. In den letzten Jahren sei er allerdings nicht mehr auf dem Weg gewesen, zum letzten Mal im 2012 oder 2013 auf dem Camino Primitivo. Er habe eine sehr positive Einstellung zum Camino und würde auch sehr gerne eine weitere Ruta kennen lernen, zB die Via de la Plata.

Du sagst, der Camino ist auch aus wirtschaftlicher Sicht sehr wichtig für Belorado. Welche Bedeu-tung hat er? Wieviele Übernachtungen gibt es in Belorado, wieviele Pilger ziehen durch den Ort?

Genaue Zahlen zu den Übernachtungen gibt es nicht. Schätzungen ergeben eine Übernachtungs-rate von 35'000 Personen. Er habe Zahlen aus der Rioja und aus Burgos und komme auf eine Pilgerzahl von ca. 60'000, die im Jahr durch Belorado ziehen. Er gehe davon aus, dass etwas mehr als die Hälfte davon hier übernachte. Dies bedeute für Belorado einen Umsatz von ca. einer Million Euros pro Jahr.

Was bedeutet die Albergue Parroquial für Belorado? - Die Albergue Parroquial war die erste Pilgerherberge in Belorado und sie sei wichtig, ja unentbehrlich. Heute gebe es einen riesigen Boom auf dem Camino, aber die Albergue Parroquial sei schon vor 1993 da gewesen. Die Pilger, die damals durchkamen, waren sehr froh darum. Er habe die ähnliche Erfahrung auf dem Camino Primitivo gemacht, eine phantastische Erfahrung! "Die Leute haben dich mit dem Rucksack gesehen und nicht gewusst, was du tust, wohin du gehst. Aber alle haben dir jeden Tag geholfen wenn du dich verlaufen hast." Pilgerführer hätte es ja nur in sehr rudimentärer Form eines Hefts mit ein paar Blättern gegeben. Der Albergue Parroquial habe in Belorado etwas von diesem ursprüng-lichen Geist auf dem Weg beibehalten.

Die schweizerische Vereinigung sei für Belorado und für die Albergue Parroquial sehr wichtig. Und die Herberge ihrerseits sei für den Ort sehr wichtig, denn sie behalte noch den Geist des Camino aufrecht. Sie sei die Einzige im Ort.

Was erwartest du von der schweizerischen Vereinigung der Freunde des Jakobsweges? - Er würde sich freuen, wenn dieser erwähnte Geist, der bis heute herrsche, aufrecht erhalten bliebe. Gerade in der heutigen Zeit, in der alles kommerzialisiert werde, das Geld über allem stehe, soll der Pilger einen Ort auf dem Camino de Santiago finden, der ihm ein Lächeln schenke. Belorado soll eine Oase sein, ein Ort weg vom Stress, wohin man gerne wieder zurückkehre. Die Albergue parroquial soll in diesem Sinne verbunden sein mit dem Namen Belorado. Beim Verlassen von Belorado soll der Pilger sagen, dass es eine gute Erfahrung war, die er bei den Schweizern erleben durfte. Das schlage dann auch auf Belorado durch.

Zum Abschluss habe ich den Alcalde zu einem Besuch in der Herberge eingeladen, was er sehr gerne annahm, denn er sei schon länger nicht mehr dort gewesen. Er ist dann auch tatsächlich gekommen und hat sich sehr positiv geäussert zu den Veränderungen.

Wolfgang Sieber

Hospitalero-Treffen 2016

Am 19. November 2016 versammelten sich die Hospitaleras und Hospitaleros der Einsatzjahre 2015 und 2016 zum bereits zur Tradition gewordenen Dankesessen in Olten. 35 von 44 Eingesetzten konnten der Einladung Folge leisten.
Olten ist als zentraler Ort in der Schweiz und für Anreisende aus beiden Landesteilen in etwa ähnlich weit entfernt. Olten ist aber auch das Herz der Schweiz - dies wurde den Teilnehmenden auf dem Stadtrundgang, geführt durch ein Oltener Urgestein, Ruedi Dettwiler, bewusst. Die Altstadt ist wirklich ein kleines Bijoux und einen Besuch wert. Selbstvertändlich ist ein Stadtrundgang unter kundiger Führung um ein Vielfaches interessanter als der individuelle Besuch, erfährt man dabei doch sehr viel Unsichtbares, aber Spannendes, über Geschichte und Eigenheiten einer Stadt. Dass der Führer im Kostüm der Frösche-Zunft, einer der zahlreichen Fastnachtsgesellschaften der Stadt, die Gruppe anführte legte beredtes Zeugnis ab von der Bedeutung dieses Brauches in Olten. Das Wetter spielte leider nicht ganz mit, aber für einen echten Pilger gibt es ja kein schlechtes Wetter ...
In der "Waadtländerhalle", einem originellen alten Restaurant wurden die leicht unterkühlten Gemüter rasch wieder auf Normaltemperatur gebracht und dem Lärmpegel zu entnehmen, waren auch die Sprechwerkzeuge rasch wieder voll in Aktion. Der Apéro und das anschliessende einfache aber schmackhafte Mittagessen, serviert von zuvorkommendem und freundlichem Personal, belebte die Geister zusätzlich - oder tat es eher der Pinot Noir? Sei es wie es wolle - es brauchte schon ein kräftiges Organ, um die Hospitaleras/-os zu beruhigen und ein paar Worte bzw. Informationen anzubringen.
Zuerst überbrachte Vereinskassier Köbi Wind die Grüsse aus dem Vorstand. Er dankte für den tollen Einsatz in Belorado und gab seiner Freude Ausdruck, dass mit der Renovation des letzten Winters sowohl für Pilger wie auch für Hospitaleras/-os eine deutliche Verbesserung der Herberge geschaffen werden konnte. Der Beitrag von € 15'000 belegt mit aller Deutlichkeit, dass Belorado für die schweizerische Vereinigung ein Schwerpunkt im Aktivitätsprogramm darstellt. Entschuldigen musste sich leider der Präsident Henri Röthlisberger.
Der Verantwortliche für die Herberge, Wolfgang Sieber, konnte dann in einem kurzen Rückblick auf die beiden vergangenen Jahre mit Freude feststellen, dass bereits im 2016 (knapp 3'000 Pilger) gegenüber dem 2015 (knapp 2'500) eine deutliche Erhöhung der Übernachtungszahlen registriert werden konnte, trotz einem um vier Betten reduzierten Platzangebot. Auch die Einnahmen durch Donativos entwickelten sich erfreulich, sodass die Kosten des Betriebs der Herberge gut bestritten werden konnten. Allerdings ist zu erwähnen, dass die Vereinigung für jeden Hospitalera/-o einen Unkostenbeitrag von Fr. 350.- aus der Schweiz entrichtet.
Im Ausblick erwähnte Wolfgang Sieber die Installation eines Pellets-Ofens im bevorstehenden Winter sowie einige mittlere und kleinere Verbesserungen. Mit dieser Heizung wird es möglich sein, die Herberge bereits am 1. April 2017 zu eröffnen, was erlaubt, während der Semana Santa bereits für die frühen Pilger da zu sein.
Er schloss mit einem herzlichen Dank an alle für ihren Einsatz, ihr Dasein für die Pilger, und für die Bereitschaft dafür zu sorgen, dass die Albergue Parroquial de Belorado bleibt, was sie ist: ein einzigartiges Bijoux auf dem Camino Frances.
Intensive Diskussionen über diesen oder jenen Punkt oder über gemachte Erfahrungen liessen den Geräuschpegel nochmals deutlich anschwellen, bevor sich die Gruppe wieder in ihre Teile zerlegte und jeder seiner Heimat zuströmte. Einige der Teilnehmenden konnten gleich vor Ort ihre Anmeldung für einen erneuten Einsatz im 2017 abgeben, andere versprachen, dies in den nächsten Tagen nachzuholen. So dürfte dafür gesorgt sein, dass in Belorado auch im nächsten Jahr wieder hoch motivierte und arbeitsfreudige Hospitaleras und Hospitaleros ihren Dienst leisten.

Wolfgang Sieber

Hospitaleras und Hospitaleros im Einsatz 2017
April, 1-15
April, 16 - 30
Mai, 1 - 15
Mai, 16 - 31
Juni, 1 - 15
Juni, 16 - 30
Juli, 1 - 15
Juli, 16 - 31
August, 1 - 15
August, 16 - 31
September, 1 - 15
September, 16 - 30
Oktober, 1 - 15
Oktober, 16 - 31
Françoise + Wolfgang Sieber
Michael Arndt + Marie Claude Bonche
Jacques Troyon + Carl Laliberté
Magdalena + Thomas Rüegg
André Sunier + Luis Cano
Theo + Roser Häfliger
Claude Grangier, Claude Ducarroz, Juliette Deslarzes
Walter + Ruth Widmer
Esther Weber + Erika Fischli
Vreni Usteri + Max Kloos
Margrit Schenk + Arthur Rüegger
Maja Ganz + Martin Stutz
Marianne + Alberto Papalini
Murielle Favre + Astrid Borer
Hospitaleras und Hospitaleros im Einsatz 2016  

April, 16 – 30
Mai, 1 – 15
Mai, 16 – 31
Juni, 1 – 15
Juni, 16 – 30
Juli, 1 – 15
Juli, 16 – 31
August, 1 – 15
August, 16 – 31
September, 1 – 15
September, 16 – 30
Oktober, 1 – 15
Oktober, 16 – 31

 

Hanna Baumann + Murielle Favre
Vreni Usteri + Max Kloos
Magdalena + Thomas Rüegg
Franz Böni + Cornelia Wunderli
André Sunier + Luis Cano
Eric Kohli + Jacques Boudot
Christian Petschen + Jesús Berrendero
Esther Weber + Claude Grangier
Ruth + Rolf Thalmann
Theo + Roser Häfliger
Gérard Vergara + Jacques Troyon
Walter + Ruth Widmer
Maja Ganz + Martin Stutz